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Britisches Pfund bleibt quasi unverändert nach Auslösen des Artikel 50

Was ist der Artikel 50 und warum wurde er mit einer solchen Verzögerung nach der Wahl erst ausgelöst? 
Artikel 50 der Lissabon-Verträge definiert einen Austritt aus der Europäischen Union. Der Artikel besagt, dass ein Land, dass die Europäische Union verlassen will, den Europäischen Gerichtshof über deren Intention in Kenntnis setzen muss. Dies wird unbedingt benötigt, um den formellen Beginn des Austritts zu starten. Die britische Regierung wollte dies verzögern, um sich besser auf die Verhandlungen vorbereiten zu können. Das Ergebnis des Referendums kam überraschend und führte letztlich zu einigen Änderungen im britischen Kabinett. 

Was kommt als nächstes? 
Nachdem der europäische Rat informiert worden ist, haben beide Seiten zwei Jahre Zeit um die Verhandlungen zu führen. Falls bis dahin keine Einigung zustande kommt, wird Großbritannien nicht länger von der EU abgedeckt. Das bedeutet unter anderem, dass es den Zugang zum Binnenmarkt verlieren wird. Diese zweijährige Periode könnte nur verlängert werden, wenn die EU Länder dem zustimmen. Während der Fokus auf Hauptthemen, wie Einwanderung und Handelsabkommen liegt, muss der Deal eine riesige Zahl an Themen abdecken. Diese umfassen u.a. den Beitrag, den Großbritannien für die Renten von EU Beamten zahlen muss, sowie die Rechte von britischen Fischern. Somit liegt es nahe, dass Zweifel an einer Einigung bestehen. Der nächste Termin den man im Auge behalten sollte, ist der 29 April. An diesem Tag findet ein EU Gipfel (ohne Großbritannien) statt und nur an diesem Tag wird die europäische Kommission ein Mandat für die Verhandlungen erhalten. Zudem wird die europäische Kommission im Mai Richtlinien veröffentlichen (wahrscheinlich nach der zweiten Runde der französischen Wahlen am 7. Mai). Es kann sogar sein, dass die eigentlichen Verhandlungen nicht vor dem Sommer beginnen werden.    

Aussichten für den britische Pfund: 
Da die eigentlichen Verhandlungen möglicherweise erst in 2 Monaten stattfinden werden, könnte man annehmen, dass in naher Zukunft keine interessanten Bewegungen vom britischen Pfund zu erwarten sind. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die nächsten zwei Monate werden gespickt sein mit Gerüchten und Spekulationen. Diese bewegen den Währungsmarkt in der Regel am meisten. Eine ‘Scheidungsrechnung’ ist das Hauptproblem das besprochen wird. Manche Führungspersönlichkeiten in der EU haben inoffiziell verkündet, dass Großbritannien der EU annähernd 50 Mrd. Euro schuldet und das nur um die Vereinbarungen abzudecken, die aktuell in Kraft sind. Diese Art der Rhetorik zeigt, dass beide Seiten Ihre Gebote zu Beginn der Verhandlungen anheben werden, was wiederum zu Lasten des GBP erfolgen würde.  

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Die CFTC Daten zeigen extrem negative Positionierungen im GBP. Quelle: Bloomberg, XTB Research

Dennoch sollten Sie im Auge behalten, dass der Pfund einen überverkauften Eindruck macht. Die CFTC Daten haben hervorgebracht, dass der letzte Test bei 1,20 in Verbindung mit extrem negativen GBP Positionierungen im Zusammenhang stand. Dieser Umstand bot der Währung eine Chance zur Erholung. Eine derart extreme Positionierung bedeutet, dass die Währung stärker auf gute, statt auf schlechte Nachrichten reagieren wird. 

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Wir sehen ein bärisches Engulfing im Tages-Chart aber der Blick auf einen längeren Zeitraum könnte von Vorteil sein. Quelle: xStation 5

Im Chart sieht der mittelfristige Ausblick ebenfalls positiv aus. Wir können erkennen, dass die 1,20 erstaunlich gut gehalten hat. Ein neuer Rebound war die Folge. Ein bärisches Engulfing ist gestern zu Stande gekommen. Dies könnte zwar zu einer Profitabschöpfung von dieser Rallye führen, neue Käufer könnten jedoch wieder auftauchen, falls das Währungspaar sich näher an die 1,21 bewegt. Das Schlüssel-Level liegt bei 1,2770. Sobald es gebrochen wird, könnte eine Rallye bis 1,35, die Folge sein. 

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Beachten Sie die Berichte über die Einzelhandelsverkäufe und Gehälter. Eine Erholung könnte für den GBP positiv sein. Quelle: Macrobond, XTB Research

Makroökonomische Daten könnten eventuell eine entscheidende Rolle spielen. Die britische Wirtschaft reagierte zwar gut auf das Brexit Votum, jedoch brachte der Beginn von 2017 einige schwache Daten mit sich. Sollte die Wirtschaft Ihr Momentum von Ende 2016 wiedererlangen, könnte die Bank of England eine Erhöhung der Zinsraten in Erwägung ziehen. Sogar bei der aktuellen Brexit Unsicherheit. Dies könnte Investoren aus ihren Short-Positionen drücken.  

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Offenlegung gemäß § 34b WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

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