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Mögliche Strategien für das OPEC-Treffen

Als im November 2016 den OPEC Staaten auferlegt wurde, die Ölproduktion in den ersten 6 Monaten im Jahr 2017 zu begrenzen, legte der Ölpreis eine ordentliche Rallye hin. Nun versucht das Kartell diesen Akt zu wiederholen. In dieser Analyse schauen wir uns diesen Deal genauer an. Wir schauen uns an, wie die fundamentalen Daten sich für den Ölmarkt verändert haben und präsentieren vier mögliche Szenarien für das OPEC-Treffen am 25. Mai 2017.

Die OPEC Staaten zeigten eine ungewohnte Disziplin
Das Abkommen besagte einen Schnitt von mehr als 1,7 Millionen Barrel pro Tag, wobei hervorgehoben werden muss, dass die OPEC bei der Durchführung eine ungewohnte Disziplin an den Tag legte. Unter den Mitglieder des Kartells verfehlten lediglich der Irak, Angola und Algerien die Ziele nur leicht, wohingegen Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate deren Auflagen deutlich überstiegen haben. Die nicht OPEC zugehörigen Staaten, die an diesem Abkommen beteiligt waren, zeigten weniger Disziplin: Russland hatte das Ziel verfehlt und Kasachstan und Malaysia haben sogar deren Produktion gesteigert. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Durchführung des Abkommens sehr solide war und das den Ölpreisen deutlich gestärkt hat. Dennoch gab es viele Faktoren, die sich ins Negative gewendet haben, sowohl für die OPEC Staaten als auch für die Ölpreise.  

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Die OPEC Staaten zeigten große Disziplin bei der Durchführung des Abkommens, was jedoch nicht gereicht hat, um die Balance im Markt wieder herzustellen. Quelle: Bloomberg

Warum sind die Fundamentaldaten des Ölmarktes bärisch? 

  • Die Produktion in den USA stieg viel mehr als erwartet. Die Produktion stieg um 9 Millionen Barrel pro Tag im ersten Quartal, wohingegen die OPEC 8,8 Millionen Barrel pro Tag vorhergesagt hatte. Mehr Förderanlagen hatten eine größere Produktion zur Folge. Die Grenzkosten für den Abbau von Schiefer werden auf unter 40$/Barrel geschätzt, vor 2 Jahren lag man noch bei über 55$/Barrel.
  • Libyen und Nigeria waren in der Abmachung nicht eingeschlossen und erhöhten somit deren Produktion, ein weiterer Mangel der Effizienz für die Abmachung der Einschnitte. Wenn man diese beiden Länder mit einbezieht, liegt die Ausführung der Abmachung bei 70% statt bei 100%. 
  • Die Nachfrage nach Ölprodukten scheint weniger zu werden, was womöglich an den Ländern China, Indien und den USA liegt. 
  • Auch wenn die Bestände in den USA gesunken sind, ist der allgemeine Lagerbestand im Jahr 2017 immer noch auf einem Rekordhoch. Die OPEC hoffte, dass ein Abkommen über 6 Monate die Bestände etwas normalisiert, wobei nun klar wird, dass sogar 9 Monate nach den Einschnitten nicht gereicht haben. 

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Die Ölreserven sind immer noch sehr hoch. Quelle: Bloomberg, XTB Research

  • Spekulative Trader könnten im Ölmarkt immer noch Long positioniert sein, jetzt noch mehr als vor dem letzten OPEC-Treffen. Das könnte die positiven Aspekte deckeln und erneut für eine große Enttäuschung sorgen.  

4 mögliche Szenarien für das OPEC-Treffen: 
Die Fundamentaldaten für den Ölmarkt bleiben weiterhin nicht bullisch, kurzfristige Preisbewegungen hängen aber sehr stark von den Ergebnissen des Treffens am Donnerstag ab. Hier zeigen wir Ihnen vier Möglichkeiten und die dazu passenden möglichen Trading Strategien. 

Eine Ausweitung des Abkommens für weitere 9 Monate - Die OPEC entschied sich bei einer Produktion von 1.164 Millionen Barrel pro Tag dazu, die Produktion im ersten Quartal 2017 einzugrenzen, wobei man dazurechnen muss, dass die Nicht-OPEC Staaten nochmal weitere 0,558 Millionen Barrel pro Tag an Produktion zugesagt hatten. Eine Ausweitung dieser Einschnitte um weitere 9 Monate (um einen saisonalen Überschuss in Q1 2018 zu vermeiden) ist aktuell die Meinung des Marktes und wurde größtenteils schon eingepreist. In einem solchen Szenario könnten wir kurzfristige Aufwärtsbewegungen sehen, wobei Trader danach schauen könnten, WTI am wichtigen Widerstand bei rund $55 zu verkaufen, um dann das Ziel bei rund $50 anzustreben. Das gilt solange die Positionierung der Trader auf dem Markt sehr verzerrt bleibt und das Gleichgewicht der Ölbestände sich nicht so weit verbessert, wie die OPEC es erhofft. 

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Die OPEC könnte es schwer haben, die WTI-Preise über $55 für einen längeren Zeitraum zu halten. Dieser Schlüsselwiderstand könnte ein möglicher Verkaufspunkt sein, wenn das Abkommen die Markterwartungen nicht wesentlich übertrifft. Quelle: xStation 5

Eine Ausweitung des Abkommens für weitere 6 Monate - Als sich herausstellte, dass der erste OPEC-Deal nicht ausreicht, um das Marktgleichgewicht wiederherzustellen, deuteten die Vertreter der Kartelle eine Verlängerung von 6 Monaten an. Allerdings würde das die Preise wegen eines Überschusses zu Beginn des Jahres 2018 deutlich unter Druck setzen, da dann die saisonale Nachfrage niedriger ist. Desweiteren könnte die US-Produktion 10 Millionen Barrel pro Tag übersteigen. Daher wäre eine einfache Kopie des November-Abkommens als Enttäuschung zu sehen und könnte zu einem Rückgang der Ölpreise führen. In diesem Fall könnten Trader den Verkauf von OIL.WTI auf dem Markt mit einem Ziel von $45 ins Auge fassen. Eine ähnliche Strategie könnte funktionieren, wenn das Abkommen verlängert wird (selbst für 9 Monate) ohne einige Nicht-OPEC-Länder, insbesondere Russland.

Produktionskürzungen von mehr als 2 Millionen Barrel pro Tag oder / und über 9 Monate - Während das Kartell erkennt, dass jedes Abkommen deren Marktanteil schmelzen lässt, hat es keine andere Wahl - also warum nicht mutig einsteigen, würde man nun sagen. Sogar vorübergehend höhere Preise würden eine Entlastung für angespannte Budgets darstellen. Da ein aggressiver Deal, der für mindestens 9 Monate Kürzungen von mindestens 2 Millionen Barrel pro Tag voraussetzt, schwierig in der Durchführung sein könnte, wäre eine kurzfristige Rallye sehr wahrscheinlich. Händler könnten erwägen, OIL.WTI auf dem Markt zu kaufen und sich als Ziel die Marke bei $60 zu setzen. 

Kein Deal - Das scheint das unwahrscheinlichste Szenario zu sein. Die OPEC muss erkennen, dass ohne Reduktionen des Überschusses die Preise schnell nach unten drücken würden. Obwohl es unwahrscheinlich ist, ist dieses Szenario nicht ganz unmöglich. Sollte dies passieren, könnten Händler den Verkauf von OIL.WTI bis auf die $ ​38 Marke in Betracht ziehen.

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Offenlegung gemäß § 34b WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

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